Auch, wenn der Krieg zwischen der Hamas und Israel bisher noch nicht auf andere Länder in der Region übergesprungen ist, bleibt die Lage im gesamten Nahen Osten höchst angespannt und wirkt sich damit auch immer wieder auf die Ölpreise aus. Wegen verstärkter Angriffe der radikalislamischen Houthi-Rebellen aus dem Jemen hat nun auch Top-Ölproduzent Saudi-Arabien sein Militär in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

 

Auch die Houthi-Rebellen werden vom Iran unterstützt, der auf diese Art im Jemen einen Stellvertreterkrieg mit Saudi-Arabien führt. Aus Insiderkreisen hieß es, das bei Kämpfen im Grenzgebiet vier saudische Soldaten gestorben sind. Es sind die ersten Todesopfer innerhalb der saudischen Streitkräfte, seit im April letzten Jahres ein vorläufiger Waffenstillstand mit den Houthis geschlossen worden war.

 

Saudi-Arabien gab zudem an, erst kürzlich eine von den Houthis abgefeuerte Rakete abgefangen zu haben, die Israel hatte treffen sollen. Auch die USA hatten schon vor zwei Wochen angegeben, mehrere Marschflugkörper der Houthis im Roten Meer abgeschossen zu haben. Der Iran hatte zuletzt davor gewarnt, dass sich neue Fronten gegen die USA auftun würden, sollte diese ihre Unterstützung für Israel fortsetzen.

 

Die gesamte Region bleibt damit ein Pulverfass, dass jederzeit in die Luft gehen könnte. Sollte der Iran sich aktiv in die Kampfhandlungen einmischen, dürfte dies recht schnell eine Kettenreaktion auslösen, die dann auch andere Länder in der Region auf den Plan rufen würde. Auch die Ölinfrastruktur Saudi-Arabiens wäre dann wieder in Gefahr und könnte im Falle von Angriffen für massive Versorgungsengpässe sorgen.

 

Bisher bleibt ein solcher Flächenbrand allerdings aus, so dass die Ölpreise an den internationalen Börsen auch heute wieder etwas nachgeben. Bei den Inlandspreisen setzen sich damit kim Vergleich zu gestern Vormittag je nach Region Preisabschläge von ca. -1,25 bis -0,65 Euro pro 100 Liter Heizöl durch.